Es trommelt Warnsignale, gräbt weitverzweigte Baue und ist der Vorfahre aller Hauskaninchen: Das Wildkaninchen gilt vielerorts als Plage und ist in seiner Urheimat dennoch bedroht.
Das Wildkaninchen gehört zur Familie der Hasen und Kaninchen. Es ist die einzige Art seiner Gattung und zugleich die Stammform aller Hauskaninchen. Vom Feldhasen unterscheidet es sich deutlich: Es ist mit 1,3 bis 2,2 Kilogramm wesentlich leichter und zierlicher, hat kürzere Hinterbeine und nur 6 bis 8 Zentimeter lange Ohren. Das Fell ist graubraun, im Nacken braun bis rostrot. Der Körper misst 35 bis 45 Zentimeter, dazu kommt ein kurzer Schwanz, den Jäger „Blume“ nennen.
Wildkaninchen sind gesellige Tiere und leben in Kolonien. Sie graben unterirdische Baue, deren Gänge bis zu drei Meter in die Tiefe reichen und 45 Meter lang werden können. Droht Gefahr, schlagen sie mit den Hinterläufen laut hörbar auf den Boden und warnen so ihre Artgenossen. Auch ihre Verdauung ist ungewöhnlich: Einen weichen, nährstoffreichen Kot aus dem Blinddarm fressen sie gleich wieder auf, um Vitamine und Eiweiße daraus zu verwerten. Ihre Vermehrung ist sprichwörtlich. Ein Weibchen kann fünf bis sieben Würfe im Jahr mit durchschnittlich fünf bis sechs Jungen haben, die es in einem eigenen, gut verschlossenen Bau zur Welt bringt. Ihre Baue dienen außerdem vielen Vogelarten als Bruthöhlen, und wo sie fressen, entstehen offene Bodenstellen, auf denen seltene Pflanzen und Insekten Platz finden.
Ursprünglich lebte das Wildkaninchen nur auf der Iberischen Halbinsel, in Südfrankreich und in Nordafrika. Nach Deutschland gelangte es durch den Menschen in der frühen Neuzeit. Heute ist es fast in ganz Europa verbreitet und wurde auf vielen Kontinenten eingebürgert, wo es oft großen Schaden anrichtet. Gleichzeitig sind die Bestände in seiner Urheimat stark eingebrochen, vor allem durch Seuchen wie Myxomatose und Chinaseuche. Die IUCN führt die Art deshalb als gefährdet. Auch in Deutschland ist das Kaninchen in der freien Landschaft vielerorts selten geworden. Gute Chancen auf eine Begegnung bieten Parks, Gärten und Friedhöfe, besonders auf sandigen Böden und an aufgeschütteten Erdwällen. Am aktivsten sind die Tiere in der Dämmerung, doch frühmorgens sonnen sie sich gern, und in Städten zeigen sie sich oft auch tagsüber.
- Fotos
- 3
- Zum ersten Mal
- 18.05.2016
- Zuletzt
- 28.06.2020
- Beobachtet
- Januar: –
- Februar: –
- März: –
- April: –
- Mai: 2
- Juni: 1
- Juli: –
- August: –
- September: –
- Oktober: –
- November: –
- Dezember: –
- Kamera
- Pentax K-30 (2), Sony α6600 (1)
- Objektiv
- Sigma 150–600 mm F5–6.3 Contemporary (1), Sigma 70–200 mm F2.8 EX DG Macro (1)
- Wissenschaftlicher Name
- Oryctolagus cuniculus (Linnaeus, 1758)
- Englisch
- European Rabbit
- Klasse
- Säugetiere (Mammalia)
- Ordnung
- Hasenartige (Lagomorpha)
- Familie
- Hasen und Kaninchen (Leporidae)
- Gattung
- Oryctolagus
- Merkmale
- Viviparie
- Hauptnahrung
- Brombeere, Caecotrophe, Eichel, Gras, Kraut, Rinde, Schnecke, Schwingel, Stechginster, Winterweizen, Wurzelgemüse
- Tragzeit
- 29–30 Tage
- Gefährdung
- stark gefährdet (IUCN: EN)
Quelle: Wikidata · Wikipedia-Artikel
Die Art gilt laut Roter Liste der IUCN als stark gefährdet (EN).