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      Wanderratte

      Rattus norvegicus

      SONY ILCE-7M3 · FE 200-600mm F5.6-6.3 G OSS + 1.4X Teleconverter · 840 mm · f/9 · 1/1000 s · ISO 2000 · 20.07.2024
      Wanderratte
      SONY ILCE-7M3 FE 200-600mm F5.6-6.3 G OSS + 1.4X Teleconverter 840 mm · f/9 · 1/1000 s · ISO 2000 20.07.2024
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      • Säugetiere
      • Rattus norvegicus
      • 8 Fotos
      • nicht gefährdet LC

      Aus Ostasien bis in jede Großstadt: Die Wanderratte ist ein geschickter Schwimmer, Taucher und Kletterer und folgt dem Menschen seit Jahrhunderten um die ganze Welt.

      Die Wanderratte ist ein kräftiges Nagetier aus der Familie der Langschwanzmäuse. Ursprünglich lebte sie nur im gemäßigten Nordosten Asiens. Mit dem Menschen, vor allem an Bord von Schiffen, hat sie sich jedoch über alle Kontinente außer der Antarktis und auf fast alle größeren Inseln ausgebreitet. Heute gehört sie zu den häufigsten Säugetieren der Erde und gilt weltweit als ungefährdet.

      Besonders ist ihre enorme Anpassungsfähigkeit: Sie frisst fast alles, schwimmt, taucht und klettert gut und passt ihr Leben flexibel an die Umgebung an, von Einzelrevieren bis hin zu großen Clans mit fester Rangordnung. Zugleich ist sie die wilde Ahnin der Farbratte, die als Heimtier und als eines der wichtigsten Versuchstiere in Biologie und Medizin gehalten wird. Wegen Fraß- und Hygieneschäden und als Überträgerin von Krankheiten wie der Leptospirose wird sie vielerorts bekämpft.

      In Mitteleuropa ist die Wanderratte nahezu flächendeckend verbreitet. Nach Europa gelangte sie wohl im 18. Jahrhundert über Russland, Anfang des 19. Jahrhunderts erreichte sie die Schweiz. Begegnen kann man ihr vor allem in Siedlungen, etwa an Kanälen, Höfen, Lagerhäusern und Mülldeponien, oft in der Nähe von Wasser, aber auch an dicht bewachsenen Ufern und an Meeresküsten.

      Fotos
      8
      Zum ersten Mal
      20.07.2024
      Zuletzt
      26.10.2024
      Beobachtet
      1. JJanuar: –
      2. FFebruar: –
      3. MMärz: –
      4. AApril: –
      5. MMai: –
      6. JJuni: –
      7. JJuli: 2
      8. AAugust: –
      9. SSeptember: –
      10. OOktober: 4
      11. NNovember: –
      12. DDezember: –
      Kamera
      Sony α6600 (7), Sony α7 III (1)
      Objektiv
      Sony FE 200–600 mm F5.6–6.3 G OSS (6), Sony FE 200–600 mm G OSS + 1,4× Telekonverter (2)

      Wissenschaftlicher Name
      Rattus norvegicus (Berkenhout, 1769)
      Englisch
      Norway rat
      Klasse
      Säugetiere (Mammalia)
      Ordnung
      Nagetiere (Rodentia)
      Familie
      Langschwanzmäuse (Muridae)
      Gattung
      Ratten (Rattus)
      Lebensraum
      Buschland, Landfläche
      Höchstalter
      3,8 Jahre
      Gefährdung
      nicht gefährdet (IUCN: LC)

      Quelle: Wikidata · Wikipedia-Artikel

      Verbreitungskarte: Wanderratte
      Karte: Jrockley · Public domain · Wikimedia Commons

      Wanderratten sind große, stämmige Ratten mit eckig wirkendem Kopf, stumpfer Schnauze und einem dicken Schwanz, der meist kürzer ist als Kopf und Rumpf zusammen. Der Körper misst 18 bis 26 Zentimeter, der Schwanz 14 bis 21 Zentimeter. Die kleinen, runden Ohren reichen nach vorn geklappt höchstens bis zum hinteren Augenrand. Ausgewachsene Tiere wiegen etwa 170 bis 350 Gramm. Männchen sind deutlich größer und schwerer als Weibchen; in einer Untersuchung aus Görlitz brachten sie rund ein Fünftel mehr Gewicht auf die Waage.

      Das Fell ist oben je nach Alter schmutzig graubraun, rötlich braungrau bis dunkel braunschwarz, unten grauweiß, wobei die beiden Farben ineinander übergehen. Ganz schwarze Tiere sind selten. Der Schwanz ist oben graubraun und unten heller. Jungtiere tragen ein mattes, braungraues Kleid mit dunkelgrauem Bauch. Mit jedem Haarwechsel werden sie zunächst heller und wärmer gefärbt, um die Geschlechtsreife kann der Rücken sogar fuchsrot erscheinen. Später nehmen die schwarzen Haarspitzen zu, und ältere Tiere wirken dunkel braunschwarz. Von der Hausratte unterscheidet sich die Wanderratte deutlich in Körperbau, Blutchemie und Erbgut.

      In ihrer ursprünglichen Heimat, dem Südosten Sibiriens, dem Nordosten Chinas und Teilen Japans, bewohnt die Wanderratte Wälder und buschreiches Gelände. Von dort wurde sie weltweit verschleppt; Nordamerika etwa erreichte sie vor allem im 18. Jahrhundert mit britischen Einwanderern. In Mittel- und Nordeuropa ist sie heute fast überall zu finden, nur in dünn besiedelten Gegenden wie Teilen Skandinaviens tritt sie lückenhaft auf. Im Mittelmeerraum, besonders auf der Iberischen Halbinsel und dem Balkan, gibt es große Verbreitungslücken.

      Außerhalb ihrer Heimat lebt sie überwiegend in der Nähe des Menschen: in Abwasserkanälen, Kellern, Ställen, Bauernhöfen, Lagerhäusern und auf Mülldeponien, häufig nahe am Wasser. In Europa besiedelt sie zudem naturnahe Lebensräume, vor allem dicht bewachsene Gewässerränder und Meeresküsten, gern an Flussmündungen. In warmen Regionen und den Tropen hält sie sich dagegen fast nur in stark vom Menschen geprägten Orten wie Häfen und großen Küstenstädten auf.

      Die Wanderratte ist ein Allesfresser, ernährt sich aber überwiegend pflanzlich. Bei einer Untersuchung von 4000 Mägen deutscher Tiere Ende der 1940er Jahre fanden sich in fast drei Vierteln nur Getreide oder frische Pflanzenteile wie Obst, Gemüse und Gräser; kohlenhydratreiche Köder wie Haferflocken werden klar bevorzugt. In Europa lebt sie größtenteils von Nahrungsmitteln des Menschen, nutzt aber auch viele andere Quellen: Sie klettert in Bäume, um im Frühjahr Knospen und junge Triebe und im Spätsommer Obst und Walnüsse zu fressen. Daneben jagt sie auch und erbeutet Vogeleier, junge oder geschwächte Vögel, Wühlmäuse, Amphibien und Weichtiere.

      Ungestörte Wanderratten sind in der Dämmerung und nachts unterwegs, am lebhaftesten kurz nach Sonnenuntergang und kurz vor Sonnenaufgang. Je nach Umständen verschieben sie ihre Aktivität aber, etwa in Zeiten, in denen keine Menschen da sind, oder auf den Tag, wenn nachts Füchse unterwegs sind. Sie bewegen sich meist auf festen Wegen am Boden, in Gebäuden gern an Wänden entlang, die sie mit ihren Tasthaaren abtasten. Wo es geht, graben sie Baue mit mindestens zwei Eingängen, einem Wohnkessel und oft Vorratskammern; in Gebäuden polstern sie Verstecke mit Gras, Blättern oder Papier aus. Bei knappem Futter halten Männchen Reviere, die mehrere Weibchenreviere einschließen. Wo es reichlich Nahrung an wenigen Stellen gibt, etwa an Müllkippen, bilden sich große Clans, in denen die Männchen eine Rangordnung auskämpfen; den Rang bestimmt dabei eher das Alter als die Größe.

      In Europa pflanzen sich Wanderratten das ganze Jahr über fort, mit Höhepunkten im Frühjahr und Herbst. Ein Weibchen ist meist nur eine Nacht empfängnisbereit und wird dann von mehreren Männchen verfolgt, die sich gegenseitig zur Seite drängeln, statt zu kämpfen. Nach 22 bis 24 Tagen kommen meist 4 bis 8 nackte, blinde Junge zur Welt. Nach etwa zwei Wochen öffnen sich die Augen, mit knapp drei bis vier Wochen erkunden die Jungen ihre Umgebung, gesäugt werden sie rund 40 Tage. Mit drei bis vier Monaten sind sie geschlechtsreif. In Gefangenschaft werden Wanderratten etwa drei Jahre alt.

      Wer Wanderratten beobachten oder fotografieren möchte, hat die besten Chancen kurz nach Sonnenuntergang oder kurz vor Sonnenaufgang an dicht bewachsenen Ufern, an Flussmündungen oder Küsten, denn die Tiere halten sich gern nahe am Wasser auf und nutzen immer wieder dieselben Laufwege. Mit etwas Glück sieht man sie schwimmen, tauchen oder sogar im Obstbaum klettern. Spannend ist auch ihre Rolle als Beute: Marder, Eulen und Greifvögel jagen sie, beim Uhu kann sie zur Brutzeit fast ein Drittel der Nahrung ausmachen. Und eine erstaunliche Randnotiz: Die zahme Farbratte, die von ihr abstammt, hat ein um etwa 8 Prozent kleineres Gehirn als ihre wilde Verwandte, wobei die Riechzentren deutlich weniger geschrumpft sind als die für Bewegung zuständigen Bereiche. Auf Campbell Island südlich von Neuseeland lebten bis 2001 wohl rund 200.000 Wanderratten, die dichteste bekannte Population der Welt.

      Die Art gilt laut Roter Liste der IUCN als nicht gefährdet (LC).

      Weitere Fotos

      Wanderratte
      600 mm · f/6,3 · 1/200 s · ISO 2000
      Wanderratte
      200 mm · f/5,6 · 1/80 s · ISO 6400
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      600 mm · f/6,3 · 1/80 s · ISO 6400
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      Wanderratte
      600 mm · f/6,3 · 1/200 s · ISO 3200
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