Borstiges Sommerfell, seidiger Winterpelz und zentimeterlange Krallen: Die Zieselmaus trotzt in Zentralasiens Wüsten Hitze wie Frost – und das ganz ohne Winterschlaf.
Die Zieselmaus (Spermophilopsis leptodactylus), auf Englisch Long-clawed Ground Squirrel genannt, ist ein Nagetier aus der Familie der Hörnchen. Auch wenn ihr Name und ihr Aussehen an ein Ziesel erinnern, zählt sie zu den Borstenhörnchen. Innerhalb dieser Gruppe nimmt sie eine Sonderstellung ein: Sie ist der einzige Vertreter, der nicht in Afrika lebt. Wissenschaftlich beschrieben wurde sie 1823 von Hinrich Lichtenstein.
Besonders ist vor allem ihre Anpassung an ein Leben in Trockenwüsten mit extremen Gegensätzen. Im Sommer trägt sie ein borstiges, fast stacheliges Fell, im Winter ein weiches, wärmendes Kleid. Obwohl die Winter in ihrer Heimat sehr kalt werden, hält sie keinen Winterschlaf.
In Deutschland und Mitteleuropa kommt die Zieselmaus nicht vor. Ihr Verbreitungsgebiet liegt in Zentralasien, wo sie tagsüber in Familienverbänden unterwegs ist.
- Fotos
- 6
- Fotografiert am
- 15.08.2025
- Beobachtet
- Januar: –
- Februar: –
- März: –
- April: –
- Mai: –
- Juni: –
- Juli: –
- August: 5
- September: –
- Oktober: –
- November: –
- Dezember: –
- Kamera
- Sony α6600
- Objektiv
- Sony FE 200–600 mm F5.6–6.3 G OSS
- Wissenschaftlicher Name
- Spermophilopsis leptodactylus (Hinrich Lichtenstein, 1823)
- Englisch
- Long-clawed Ground Squirrel
- Klasse
- Säugetiere (Mammalia)
- Ordnung
- Nagetiere (Rodentia)
- Familie
- Hörnchen (Sciuridae)
- Gattung
- Spermophilopsis
- Aktivität
- tagaktiv
- Gefährdung
- nicht gefährdet (IUCN: LC)
Quelle: Wikidata · Wikipedia-Artikel
Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von etwa 25 Zentimetern und einem rund 8 Zentimeter langen Schwanz ist die Zieselmaus ein recht kompaktes Hörnchen. Ihr Fell ist einheitlich sandgelb und damit hervorragend an die Wüste angepasst; nur die Unterseite der Schwanzspitze ist schwarz gefärbt. Auffällig sind die dicht behaarten Pfoten mit kräftigen Krallen, die bis zu einen Zentimeter lang werden können.
Im Sommer ist das Fell borstig und stachelig – ein typisches Merkmal der Borstenhörnchen. Zum Winter hin wechselt sie zu einem seidenweichen Pelz, der sie besser vor Kälte schützt. Trotz ihrer Ähnlichkeit mit Zieseln gehört sie einer anderen Hörnchengruppe an.
Die Zieselmaus besiedelt Trockenwüsten Zentralasiens. Dort gräbt sie Baue, die ihr Schutz vor Hitze, Kälte und Feinden bieten.
Ihr Verbreitungsgebiet reicht vom Norden Irans und Afghanistans bis in Teile Kasachstans, Usbekistans, Turkmenistans und Tadschikistans. Laut IUCN gilt die Art als nicht gefährdet (Least Concern).
Auf ihren Streifzügen frisst die Zieselmaus Pflanzenteile, ergänzt ihren Speiseplan aber auch durch Insekten. Ihre Nahrung sucht sie tagsüber außerhalb des Baus.
Zieselmäuse sind tagaktiv und leben in kleinen Familienverbänden, die gemeinsam einen Bau anlegen. Diesen verlassen sie am Tag, um nach Futter zu suchen. In den besonders heißen und den besonders kalten Stunden des Tages ziehen sie sich jedoch in ihre unterirdischen Gänge zurück.
Im Jahreslauf fällt vor allem der Fellwechsel auf: vom borstigen Sommerfell zum weichen Winterpelz. Einen Winterschlaf hält die Zieselmaus trotz strenger Winter nicht.
Die Zieselmaus ist das einzige Borstenhörnchen außerhalb Afrikas – ein kleiner Exot in ihrer Verwandtschaft. Wer sie in ihrer Heimat beobachten oder fotografieren möchte, hat tagsüber Chancen, sollte aber die Extreme meiden: In der größten Hitze und Kälte bleiben die Tiere im Bau. Mit Geduld, Abstand und einem Teleobjektiv lassen sich die Familien bei der Futtersuche erleben, ohne sie an ihrem Bau zu stören. Ein lohnendes Detail fürs Foto sind die langen Krallen und die schwarze Unterseite der Schwanzspitze.
Die Art gilt laut Roter Liste der IUCN als nicht gefährdet (LC).