Tausende Nüsse im Waldboden verstecken und sie unter hohem Schnee wiederfinden: Der Tannenhäher ist der Gedächtniskünstler unter den Rabenvögeln unserer Bergwälder.
Der Tannenhäher ist ein Rabenvogel mittlerer Größe: Mit 32 bis 33 Zentimetern Körperlänge bleibt er etwas kleiner als der Eichelhäher, wirkt aber mit seinem großen Kopf und dem kurzen Schwanz kompakter. Sein dunkelbraunes Gefieder ist dicht mit weißen Tupfen übersät, sodass er aus der Distanz fast grau erscheint und ein wenig an einen Star erinnert. Typisch sind außerdem die dunkle Kopfkappe, die leuchtend weißen Unterschwanzdecken und der kräftige, meißelartige Schnabel. Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Meist verrät er sich eher durch seinen Ruf, ein hartes, lang gerolltes, fast mechanisch klingendes „krrrrääh“, das vor allem zur Brutzeit zu hören ist.
Sein Name ist Programm, zumindest der wissenschaftliche: Beide Teile bedeuten sinngemäß „Nussbrecher“. Mit wenigen Schnabelhieben spaltet er Haselnüsse, die er dabei mit einem Fuß festhält, und knackt ebenso die Samen der Zirbelkiefer. Im Sommer und Herbst legt jeder Vogel Tausende kleiner Verstecke im Boden an, hackt dafür ein Loch, weitet es mit dem gespreizten Schnabel und deckt es wieder zu. Erstaunlich: Rund 80 Prozent dieser Vorräte findet er im Winter selbst unter hohem Schnee zielsicher wieder, wie genau, ist bis heute ungeklärt. Im Sommer stehen dagegen vor allem Insekten auf dem Speiseplan, daneben auch Eidechsen, Frösche, Vogeleier und Nestlinge, im Spätsommer Beeren.
In Deutschland lebt der Tannenhäher in den Mittelgebirgen und in den Alpen, gebunden an nadelwaldreiche Gegenden mit Fichten, Zirbelkiefern oder Haselsträuchern. Den größten Teil des Jahres verhält er sich eher unauffällig. Die beste Zeit für Begegnungen ist der Herbst: Wenn die Haselnüsse reifen, kommt er bis in die Tallagen und sogar in Gärten und zeigt sich dabei oft erstaunlich wenig scheu. In manchen Jahren wandern zudem Vögel der sibirischen Unterart in großer Zahl nach Europa ein, zuletzt in Mitteleuropa in den Jahren 1968, 1977 und 1985.
- Fotos
- 2
- Fotografiert am
- 20.08.2009
- Beobachtet
- Januar: –
- Februar: –
- März: –
- April: –
- Mai: –
- Juni: –
- Juli: –
- August: 2
- September: –
- Oktober: –
- November: –
- Dezember: –
- Kamera
- Pentax K20D
- Objektiv
- Sigma 70–200 mm F2.8 EX DG Macro
- Wissenschaftlicher Name
- Nucifraga caryocatactes
- Englisch
- Northern Nutcracker
- Klasse
- Vögel (Aves)
- Ordnung
- Sperlingsvögel (Passeriformes)
- Familie
- Rabenvögel (Corvidae)
- Gattung
- Nucifraga
- Spannweite
- 0,58 m
- Wurfgröße
- 3,5
- Gefährdung
- nicht gefährdet (IUCN: LC)
Quelle: Wikidata · Wikipedia-Artikel
Die Art gilt laut Roter Liste der IUCN als nicht gefährdet (LC).