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      Tannenhäher

      Nucifraga caryocatactes

      PENTAX K20D · Sigma 70-200mm F2.8 EX DG Macro HSM II · 200 mm · f/2,8 · 1/45 s · ISO 800 · 20.08.2009
      Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes)
      PENTAX K20D Sigma 70-200mm F2.8 EX DG Macro HSM II 200 mm · f/2,8 · 1/45 s · ISO 800 20.08.2009
      Dieses Bild anfragen
      • Vögel
      • Nucifraga caryocatactes
      • 2 Fotos
      • nicht gefährdet LC

      Tausende Nüsse im Waldboden verstecken und sie unter hohem Schnee wiederfinden: Der Tannenhäher ist der Gedächtniskünstler unter den Rabenvögeln unserer Bergwälder.

      Der Tannenhäher ist ein Rabenvogel mittlerer Größe: Mit 32 bis 33 Zentimetern Körperlänge bleibt er etwas kleiner als der Eichelhäher, wirkt aber mit seinem großen Kopf und dem kurzen Schwanz kompakter. Sein dunkelbraunes Gefieder ist dicht mit weißen Tupfen übersät, sodass er aus der Distanz fast grau erscheint und ein wenig an einen Star erinnert. Typisch sind außerdem die dunkle Kopfkappe, die leuchtend weißen Unterschwanzdecken und der kräftige, meißelartige Schnabel. Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Meist verrät er sich eher durch seinen Ruf, ein hartes, lang gerolltes, fast mechanisch klingendes „krrrrääh“, das vor allem zur Brutzeit zu hören ist.

      Sein Name ist Programm, zumindest der wissenschaftliche: Beide Teile bedeuten sinngemäß „Nussbrecher“. Mit wenigen Schnabelhieben spaltet er Haselnüsse, die er dabei mit einem Fuß festhält, und knackt ebenso die Samen der Zirbelkiefer. Im Sommer und Herbst legt jeder Vogel Tausende kleiner Verstecke im Boden an, hackt dafür ein Loch, weitet es mit dem gespreizten Schnabel und deckt es wieder zu. Erstaunlich: Rund 80 Prozent dieser Vorräte findet er im Winter selbst unter hohem Schnee zielsicher wieder, wie genau, ist bis heute ungeklärt. Im Sommer stehen dagegen vor allem Insekten auf dem Speiseplan, daneben auch Eidechsen, Frösche, Vogeleier und Nestlinge, im Spätsommer Beeren.

      In Deutschland lebt der Tannenhäher in den Mittelgebirgen und in den Alpen, gebunden an nadelwaldreiche Gegenden mit Fichten, Zirbelkiefern oder Haselsträuchern. Den größten Teil des Jahres verhält er sich eher unauffällig. Die beste Zeit für Begegnungen ist der Herbst: Wenn die Haselnüsse reifen, kommt er bis in die Tallagen und sogar in Gärten und zeigt sich dabei oft erstaunlich wenig scheu. In manchen Jahren wandern zudem Vögel der sibirischen Unterart in großer Zahl nach Europa ein, zuletzt in Mitteleuropa in den Jahren 1968, 1977 und 1985.

      Fotos
      2
      Fotografiert am
      20.08.2009
      Beobachtet
      1. JJanuar: –
      2. FFebruar: –
      3. MMärz: –
      4. AApril: –
      5. MMai: –
      6. JJuni: –
      7. JJuli: –
      8. AAugust: 2
      9. SSeptember: –
      10. OOktober: –
      11. NNovember: –
      12. DDezember: –
      Kamera
      Pentax K20D
      Objektiv
      Sigma 70–200 mm F2.8 EX DG Macro

      Wissenschaftlicher Name
      Nucifraga caryocatactes
      Englisch
      Northern Nutcracker
      Klasse
      Vögel (Aves)
      Ordnung
      Sperlingsvögel (Passeriformes)
      Familie
      Rabenvögel (Corvidae)
      Gattung
      Nucifraga
      Spannweite
      0,58 m
      Wurfgröße
      3,5
      Gefährdung
      nicht gefährdet (IUCN: LC)

      Quelle: Wikidata · Wikipedia-Artikel

      Verbreitungskarte: Tannenhäher
      Karte: Buteo · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

      Stimme

      Aufnahme: Alexander Kürthy · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

      Der Tannenhäher ist im Vergleich zum Eichelhäher mit einer Körperlänge von 22 bis 33 Zentimetern etwas kleiner und fliegt mit einem ähnlich wellenförmigen, aber eher statischen Flug. Im Gegensatz zum Eichelhäher wirkt er jedoch weniger ungeschickt. Sein Schwanz ist merklich kürzer und sein Kopf im Verhältnis größer als beim Eichelhäher. Der Tannenhäher hat eine Flügelspannweite von 50 bis 58 Zentimetern und ein Gewicht von 120 bis 170 Gramm. Sein Körper ist dunkelbraun und mit zahlreichen weißen Flecken übersät, und auf jedem Federchen des Gefieders befinden sich weiße Keilstriche, mit Ausnahme der Kopfkappe und Schwanzfedern. Dadurch erscheint er aus der Ferne eher grau und ähnelt einem Star. Sein kräftiger Schnabel ist hellgrau mit weißen Federn an der Basis, während die Kopfkappe und Oberschwanzdecken schwarzbraun sind. Besonders auffällig sind die weißen Unterschwanzdecken. Es gibt keine auffälligen Unterschiede in der Gefiederfärbung zwischen Männchen und Weibchen.

      Tannenhäher sind hauptsächlich in Gebieten anzutreffen, die reich an Nadelwäldern sind. Ihr Verbreitungsgebiet ist eng mit Regionen verbunden, in denen Fichten, Zirbelkiefern (einschließlich der sibirischen Schwesterart) oder Haselnüsse vorkommen. Diese Vögel sind in Südskandinavien, Südfinnland, dem Baltikum sowie in Gebieten von Polen über Sibirien bis hin nach Nordostchina und Japan zu finden. In Deutschland sind sie in den Mittelgebirgen und in den Alpen anzutreffen. Darüber hinaus sind sie im gesamten Alpenraum, auf dem Balkan und im Kaukasus verbreitet.

      Während der Sommermonate ernährt sich der Tannenhäher hauptsächlich von Insekten und verzehrt auch Eidechsen, Frösche, Vogeleier und Nestlinge. Gegen Ende des Sommers wechselt er auf eine beerenbasierte Ernährung. In den Wintermonaten bevorzugt er vor allem Samen von Nadelhölzern, insbesondere Zirbelkiefer und Haselnüsse. Im Herbst besuchen Tannenhäher auch tiefer gelegene Gebiete, um Haselnüsse zu fressen oder Vorräte für den Winter zu sammeln. Dabei sind sie nicht besonders scheu. Wenn sie eine Haselnuss fressen, halten sie diese mit einem Fuß und knacken sie mit wenigen Schnabelhieben. Auch die Nüsse der Zirbelkiefer können sie mit ihrem kräftigen Schnabel aufbrechen.

      Im Herbst sind Tannenhäher besonders gut zu beobachten, da sie dann auf der Suche nach reifen Haselnüssen auch in Gärten auftauchen und Nahrungsvorräte für den Winter anlegen. Ansonsten sind sie jedoch eher scheu und zurückgezogen. In harten Wintermonaten können sie in wärmere Gebiete ausweichen, um Nahrung zu finden, obwohl sie normalerweise das ganze Jahr über in ihrer Region bleiben.

      Der Tannenhäher legt im Sommer und Herbst Vorratsdepots mit Zirbel- und Haselnüssen im Erdboden an. Hierfür hackt er ein Loch in den Boden und erweitert es durch Aufsperren des Schnabels, auch bekannt als Zirkeln. Die größten Vorratslager mit bis zu 24 Nüsschen befinden sich in dicken Rohhumuspolstern, während in Bereichen mit anstehendem Fels nur wenige Samen in einem Vorratslager aufbewahrt werden. In den Flechtenpolstern der Baumkronen hingegen werden fast immer nur einzelne Samen versteckt. Die durchschnittliche Anzahl pro Vorratslager variiert zwischen 2,7 und 3,8 Nüsschen, oberhalb der Waldgrenze sind es durchschnittlich 5,7. Anschließend wird das Loch wieder verschlossen. Jeder Tannenhäher legt Tausende von Samenverstecken als Wintervorrat an und findet etwa 80 Prozent davon auch bei hohen Schneedecken ohne lange Suche wieder. Bis heute ist unklar, wie der Tannenhäher die im Herbst angelegten Depots durch den Schnee hindurch wiedererkennt.

      Die Art gilt laut Roter Liste der IUCN als nicht gefährdet (LC).

      Weitere Fotos

      Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes)
      200 mm · f/2,8 · 1/45 s · ISO 800
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      © 2026 Mario Wiesner

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