Weit jenseits unseres Sonnensystems: Der Seelennebel, festgehalten im September 2026, lädt zu einem Blick in die Tiefen des Nachthimmels ein.
Fotografiert: Sep Zuletzt gesehen: 26.09.2026
Foto
Draußen unterwegs
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- Fotografiert am
- 26.09.2026
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Wissenswertes
Überblick
Im Mittelpunkt dieses Eintrags steht der Seelennebel, ein Objekt aus der Welt des Deep Sky. Die Aufnahme entstand am 26. September 2026 und zeigt den Nebel als Blick weit hinaus über die Grenzen unseres Sonnensystems.
Der englische Begriff Deep Sky bedeutet wörtlich „tiefer Himmel“. In der Amateurastronomie fasst er alle beobachtbaren Himmelsobjekte zusammen, die außerhalb des Sonnensystems liegen und keine einzelnen Sterne sind. Dazu gehören Sternhaufen, Galaxien und Nebel. Bei den Nebeln unterscheidet man Emissions-, Reflexions- und Dunkelnebel sowie Planetarische Nebel. Über die Entfernung sagt der Begriff übrigens nichts aus: Manche Deep-Sky-Objekte wie die Plejaden sind rund 430 Lichtjahre entfernt, andere wie die Whirlpool-Galaxie etwa 35 Millionen Lichtjahre.
Dass solche Objekte überhaupt systematisch erfasst wurden, hat mit der Kometensuche im 18. Jahrhundert zu tun: Um die verschwommenen Lichtflecken am Himmel nicht mit Kometen zu verwechseln, katalogisierte Charles Messier bis 1784 insgesamt 110 von ihnen. John Dreyer legte 1888 mit dem New General Catalogue eine Sammlung von fast 8000 Objekten vor. Bis heute sind Deep-Sky-Objekte bei Hobbyastronomen äußerst beliebt, sowohl zur Beobachtung als auch zur Fotografie. Weil viele von ihnen sehr lichtschwach sind, kommen dabei Geräte mit großer Öffnung und hohem Lichtsammelvermögen zum Einsatz.
Steckbrief
- Objekttyp
- H-II-Gebiet
- Katalog
- IC 1848 · Sh 2-199
- Sternbild
- Kassiopeia
- Entfernung
- etwa 7.500 Lichtjahre
- Helligkeit
- 6,5 mag
- Position (J2000)
- RA 02h 51m 06s · Dek. +60° 24′ 36″
- Englisch
- Soul Nebula
Quelle: Wikidata · Wikipedia-Artikel
Aussehen
Auf Langzeitaufnahmen zeigt sich der Seelennebel als weitläufiges, rötliches Leuchtfeld. Die Farbe stammt vom Gas, das von den heißen, jungen Sternen im Inneren zum Leuchten angeregt wird. Deshalb zählt er zu den Emissionsnebeln. Mehrere kleine offene Sternhaufen sind in ihn eingebettet: Cr 34, Cr 632 und Cr 634 im „Kopf“ und IC 1848 im „Rumpf“. Nach diesem Haufen wird das ganze Objekt oft benannt. Dunklere Bereiche und Hohlräume geben dem Nebel Tiefe. Die Hohlräume haben Strahlung und Sternwinde der massereichsten Sterne in die Gaswolke gerissen. Links oberhalb des Kopfes sitzt der kleine Emissionsnebel IC 1871, etwas darunter liegen IC 669 und IC 670.
Mit bloßem Auge ist der Nebel nicht zu erkennen. Er ist sehr flächig und lichtschwach, deshalb wirkt er im Fernglas oder Teleskop nur als blasser, kontrastarmer Schimmer. Erst die Kamera sammelt über lange Zeit genug Licht, um Farben und Strukturen sichtbar zu machen.
Beobachtung
Der Seelennebel liegt im Sternbild Kassiopeia, bei etwa RA 02h 51m und Deklination +60° 24′. Von Mitteleuropa aus steht er hoch am Nordhimmel und ist zirkumpolar, also das ganze Jahr über über dem Horizont. Am besten sieht man ihn im Herbst und Winter, wenn die Kassiopeia am Abend hoch steht. Zum Aufsuchen dient das auffällige W der Kassiopeia. Östlich davon, in Richtung Perseus, findet man ihn zusammen mit seinem Nachbarn, dem Herznebel IC 1805.
Mit 6,5 mag Gesamthelligkeit ist er rechnerisch nicht allzu lichtschwach. Die Helligkeit verteilt sich aber auf eine sehr große Fläche, die etwa vier Vollmonddurchmesser einnimmt. Für den Anblick braucht man daher einen dunklen Himmel, ein lichtstarkes Fernglas oder ein Teleskop mit kleiner Vergrößerung. Die eingebetteten Sternhaufen sind leichter auszumachen als der Nebel selbst. Ein Filter für Emissionsnebel kann die Sichtbarkeit verbessern.
Aufnahmetipps
Wegen der großen Ausdehnung von etwa vier Vollmonddurchmessern eignen sich kurze Brennweiten von rund 200 bis 400 mm, bei denen der Nebel das Bild gut füllt. Mit einem Teleskop mit kurzer Brennweite passt auch der Nachbar, der Herznebel, mit ins Bild. Als Emissionsnebel profitiert der Seelennebel stark von H-Alpha-Filtern. Mit OIII und SII lassen sich Schmalbandaufnahmen in Falschfarben erstellen. Das hilft besonders bei Mond oder Lichtverschmutzung, denn Schmalbandfilter sperren einen großen Teil des störenden Lichts.
Plane mehrere Stunden Gesamtbelichtung ein, am besten aus vielen Einzelaufnahmen, die du anschließend stackst. Da der Nebel zirkumpolar ist und hoch steht, sind die Bedingungen von Mitteleuropa aus günstig. Ohne Schmalbandfilter ist ein dunkler Himmel ohne Mond wichtig. Eine präzise Nachführung ist bei längeren Brennweiten nötig. Die Fotos hier entstanden am 26.09.2026.