Der Herznebel (IC 1805) ist ein großer Emissionsnebel im Sternbild Kassiopeia, etwa 7.500 Lichtjahre von der Erde entfernt. Seine charakteristische Form erinnert an ein Herz. Im Inneren befindet sich der offene Sternhaufen Melotte 15, dessen junge, heiße Sterne mit ihrer intensiven Strahlung die umgebenden Gaswolken zum Leuchten anregen. Der Herznebel besteht überwiegend aus Wasserstoff und leuchtet deshalb besonders intensiv in rötlichen Farbtönen.
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Wissenswertes
Überblick
Der Herznebel (IC 1805) ist ein beeindruckender Emissionsnebel im Sternbild Kassiopeia, der aufgrund seiner charakteristischen Form seinen Namen erhalten hat. Er befindet sich etwa 7.500 Lichtjahre von der Erde entfernt und erstreckt sich über eine enorme Fläche im Weltraum.
Seine leuchtenden Gaswolken bestehen hauptsächlich aus Wasserstoff, der durch die intensive Strahlung junger, heißer Sterne zum Leuchten angeregt wird. Im Zentrum des Nebels liegt der offene Sternhaufen Melotte 15, dessen massereiche Sterne die umliegenden Gas- und Staubwolken formen und beeinflussen.
Gemeinsam mit dem benachbarten Seelennebel (IC 1848) bildet der Herznebel eine der faszinierendsten Sternentstehungsregionen unserer Milchstraße. Seine markante Herzform und die leuchtenden Strukturen machen ihn zu einem besonders beliebten Ziel der Astrofotografie.
Steckbrief
- Objekttyp
- Offener Sternhaufen, H-II-Gebiet, Emissionsnebel
- Katalog
- IC 1805 · Sh 2-190
- Sternbild
- Kassiopeia
- Entfernung
- etwa 6.150 Lichtjahre
- Helligkeit
- 6,5 mag
- Position (J2000)
- RA 02h 32m 42s · Dek. +61° 27′ 00″
- Englisch
- Heart Nebula
Quelle: Wikidata · Wikipedia-Artikel
Aussehen
Auf langbelichteten Fotos zeigt sich der Herznebel als großes, rot leuchtendes Gebilde. Die Farbe stammt vom ionisierten Wasserstoff: Die energiereiche Strahlung der jungen Sterne im Inneren regt das Gas zum Leuchten an. Der Nebel besteht aus Gaswolken und dunklen Staubbereichen, die als dunklere Strukturen und Kanten vor dem hellen Hintergrund stehen. Mitten im Nebel sitzt ein offener Sternhaufen, dessen Sterne den Nebel beleuchten. Insgesamt haben sie etwa die 50-fache Masse der Sonne. Der hellste Bereich wurde als erster entdeckt und als NGC 896 katalogisiert. Aus der Form des Ganzen leitet sich der Name ab.
Mit bloßem Auge ist von dieser Pracht nichts zu sehen. Der Nebel ist flächig und lichtschwach, daher zeigt er sich visuell nur als sehr zarter Schimmer, wenn überhaupt, und ohne Farbe. Die Rottöne gibt erst die Kamera wieder, die über lange Zeit Licht sammelt.
Beobachtung
Der Herznebel liegt im Sternbild Kassiopeia am Nordsternhimmel, bei etwa +61° Deklination. Von Mitteleuropa aus (rund 50° nördliche Breite) ist er deshalb zirkumpolar: Er geht nie unter und lässt sich das ganze Jahr über zumindest zeitweise beobachten. Am besten steht er im Herbst und Winter hoch am Himmel, wenn Kassiopeia mit ihrem auffälligen W-Muster fast im Zenit steht. Zum Aufsuchen dient dieses W, von dem aus man sich in Richtung Perseus orientiert. Die Rektaszension von etwa 2h 32m liegt zwischen Kassiopeia und dem Sternbild Perseus.
Mit einer scheinbaren Helligkeit von 6,5 mag ist das Objekt insgesamt nicht ganz leicht, weil sich das Licht auf eine große Fläche verteilt. Ein dunkler Himmel ist wichtig. Am ehesten gelingt ein Blick mit einem lichtstarken Fernglas oder einem Teleskop bei kleiner Vergrößerung. Dabei zeigt sich vor allem der Sternhaufen mit einem schwachen Nebelschleier. Ein H-Beta- oder OIII-Filter kann die visuelle Beobachtung unterstützen.
Aufnahmetipps
Der Herznebel ist ein Emissionsnebel, daher lohnt sich Schmalbandfilter-Fotografie: Ein H-Alpha-Filter bringt die roten Strukturen kräftig heraus und funktioniert auch bei Mondlicht und in Städten recht gut. Mit OIII und SII lassen sich Farbbilder in der Hubble-Palette gestalten. Der Nebel ist ausgedehnt, deshalb passt er am besten in ein weites Bildfeld. Ein Teleobjektiv oder kleiner Refraktor mit etwa 200 bis 400 mm Brennweite zeigt ihn komplett. In der Nähe liegt zudem der Seelennebel, der bei kurzer Brennweite mit ins Bild passt. Mit längerer Brennweite lassen sich Details der Staubstrukturen und des Sternhaufens abbilden.
Plane mehrere Stunden Gesamtbelichtung ein, bei Schmalband gern über mehrere Nächte, damit das Signal sauber herauskommt. Da der Nebel von Mitteleuropa aus stets hoch steht, sind die Bedingungen günstig, und die Horizontnähe spielt kaum eine Rolle. Für RGB-Aufnahmen sind ein dunkler Himmel und Neumond ideal.